MiHUB
MiHUB: Medical Informatics Hub
MiHUB entwickelt eine sektorenübergreifende Dateninfrastruktur zur Unterstützung von Versorgung und Forschung in Ostdeutschland. Im Mittelpunkt steht die Förderung der intersektoralen Zusammenarbeit zwischen ambulanter, stationärer und onkologischer Versorgung durch einen gemeinsamen Datenraum sowie standardisierte Schnittstellen. Es erfolgt eine strukturierte Vernetzung von Datenintegrationszentren (DIZ), Versorgern und Patienten unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten.
Im Fokus stehen Versorgungspfade bei Lungenkrebspatienten, mit drei zentralen Anwendungsfällen: Prävention/Screening, interdisziplinäre Versorgung (inkl. Palliativversorgung) und Nachsorge/Langzeitüberleben. Ein Patientenportal und die Orientierung an Patientenpfaden sowie der partizipative Ansatz sollen die Integration und Nutzung der digitalen Infrastruktur erleichtern und Forschung sowie Versorgung langfristig verbessern.
Gesamter Projektverlauf: 01/2026 bis 12/2029
Zentrale Arbeitspakete und Aufgaben
AP1 – Projektmanagement: Koordination des Gesamtprojekts einschließlich Risikomanagement, Qualitätssicherung, Berichterstattung, Kommunikation sowie Entwicklung von Strategien für Nachhaltigkeit und Verstetigung der Projektergebnisse.
AP2 – Intersektoraler Datenraum und gemeinsame Komponenten: Aufbau und Betrieb der technischen und organisatorischen Infrastruktur für den sektorübergreifenden Datenaustausch. Dazu gehören die Anbindung von Versorgungseinrichtungen, Datenintegrationszentren, Treuhandstellen sowie gemeinsame IT- und Datenqualitätsdienste.
AP3 – Übergreifender Patientenpfad Lungenkrebs: Modellierung eines sektorenübergreifenden Patientenpfads für Lungenkrebs – von Screening über Behandlung und Nachsorge bis zur Palliativversorgung – als fachliche Grundlage für die technischen Entwicklungen und Anwendungsfälle im Projekt.
AP4 – Patientenportal: zur Unterstützung von Kommunikation, Informationsaustausch und Beteiligung entlang des gesamten Patientenpfads. Ziel ist eine nutzerfreundliche, interoperable Plattform für Patienten und Leistungserbringende.
AP5 – Forschungsservice-Portal: Aufbau eines regionalen Forschungsportals als zentralen Zugangspunkt für Forschende. Bereitgestellt werden Dienste für Machbarkeitsanfragen, Datennutzung, Patientenrekrutierung und Forschungsarbeitsumgebungen.
AP6 – Anwendungsfall Lungenkrebsscreening: Implementierung des Lungenkrebsscreenings und Entwicklung einer Lösung zur Identifizierung von Hochrisikopatienten, die für ein Lungenkrebsscreening in Frage kommen, unter Einbezug verschiedenen Praxisverwaltungssysteme. Zudem erfolgt eine wissenschaftliche Begleitung der Screeningprozesse.
AP7 – Anwendungsfall Kooperative Krebsversorgung: Verbindet verschiedenen Versorgungssektoren miteinander um Informationsverluste in zu vermeiden, den Zugang zu Expertenwissen und neuen Behandlungsmethoden zu verbessern, Patienten und Versorger als aktive Partner zu integrieren und eine umfassende Datensammlung zu ermöglichen.
AP8 – Anwendungsfall: Follow-up und Langzeit-Überlebende: Verbessert die onkologische und hausärztliche Versorgung von Lungenkrebspatienten durch verbesserte Kommunikation und Datenaustausch. Es konzentriert sich auf die frühzeitige Erkennung von Rückfällen und schweren klinischen Komplikationen, der psychischen Gesundheit und der Bewertung des Vitalstatus.
AP9 – Einbezug von Stakeholdern und Nutzerzentriertes Design: Systematische Einbindung von Patienten, medizinischem Fachpersonal und Forschenden in Entwicklung und Evaluation der MiHUB-Lösungen, um Nutzerfreundlichkeit, Akzeptanz, digitale Gesundheitskompetenz und Praxisnähe sicherzustellen.
AP10 – Hubübergreifende Arbeitsthemen: Bearbeitung gemeinsamer Themen mit den anderen DigiHubs, insbesondere zu Datenschutz, Ethik, Regulierung, Partizipation, Evaluation sowie der Entwicklung gemeinsamer Lösungen für komplexe Patientenpfade.
Das AP8 - Anwendungsfall: Follow-up und Langzeit-Überlebende wird vom AMED-Team der Technischen Universität Dresden geleitet.
Hintergrund des Projekts
MiHUB ist der Nachfolger des Projekts MiHUBx, das in der ersten Förderphase der Medizininformatik-Initiative (MII) des BMFRT in Sachsen etabliert wurde. In der ersten Förderphase wurden Forschungsdateninfrastrukturen an sächsischen Universitätsklinika vernetzt, standardisierte Datenmodelle (FHIR, MII-Kerndatensatz) implementiert und erste Use Cases in der onkologischen Versorgung erprobt. Basierend auf den Ergebnissen der ersten Förderphase zielt das Projekt MiHUB darauf ab, die digitale Transformation im Gesundheitswesen voranzutreiben und eine verbesserte interprofessionelle und intersektorale Zusammenarbeit entlang des gesamten Versorgungspfads, speziell bei Lungenkrebs, zu erreichen. Dazu wird das Projekt auf intersektorale Versorgungskontexte sowie neue Bundesländer und Partner ausgeweitet. Wissenschaftlicher Hintergrund ist die fragmentierte Datenlage an Sektorengrenzen, insbesondere zwischen onkologischer Versorgung und Hausarztpraxen, die eine zentrale Herausforderung für die Versorgungsqualität darstellt.
Projektleitung
Kooperationspartner
Zentrum für Medizinische Informatik, TU Dresden (Konsortialführung)
Bereich Allgemeinmedizin / Praxisbasiertes Forschungsnetzwerk SaxoN, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus (AMED), TU Dresden
Unabhängige Treuhandstelle am Bereich Medizin, TU Dresden
Zentrum für Personalisierte Onkologie, Abteilung für Translationale Medizinische Onkologie, NCT/UCC Dresden
Forschungsgruppe Usability & Technologieakzeptanz, TU Dresden
Datenintegrationszentrum (DIZ) der Hochschulmedizin Dresden
Forschungsgruppe Digital Health, TU Dresden
Datenintegrationszentrum (DIZ) Cottbus, Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem
Koordinationsstelle für digitale Vernetzung, Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem
Abteilung für Hämatologie, Onkologie, Nephrologie, Diabetologie & Pulmologie, Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem
Fakultät Angewandte Computer‐ und Biowissenschaften, Hochschule Mittweida
Datenintegrationszentrum (DIZ), Klinikum Chemnitz
Klinik für Innere Medizin, Klinikum Chemnitz
Institut für Radiologie und Neuroradiologie, Klinikum Chemnitz
Netzwerk „Gesundheitsregion Südwestsachsen“
Projektstandorte
MiHUB findet in Kooperation der Technischen Universität Dresden, dem Klinikum Chemnitz, der Medizinischen Universität Lausitz - Carl Thiem und der Fakultät Angewandte Computer‐ und Biowissenschaften der Hochschule Mittweida statt.
Das Projekt wird gefördert durch das Deutsche Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR; Förderkennzeichen: 01ZZ2506A).
Kontakt
Steve Piller steve.piller@ukdd.de
Gesamtprojektleitung
Prof. Dr. Martin Sedlmayr
Direktor des Zentrums für Medizinische Informatik
Institut für Medizinische Informatik und Biometrie
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Technische Universität Dresden
Tel.: +49 351 458-2437
E-Mail (MiHUB): mihub@ukdd.de
E-Mail (persönlich): martin.sedlmayr@tu-dresden.de
https://www.medizininformatik-initiative.de/de/digitaler-fortschrittshub-mihub
