Interner Bereich

Gesundheitsförderung in der Hausarztpraxis (GeHa II)

von Fabian Engler

Hintergrund

Die Bundesrahmenempfehlungen der Nationalen Präventionskonferenz betonen die Bedeutung von verhältnis- und verhaltenspräventiven Maßnahmen in Lebenswelten mit dem Ziel eine gesunde Lebensweise zu stärken. Die Hausarztpraxis (HA-Praxis) ist ein Ort, an dem Personen aus unterschiedlichen Altersgruppen und sozialen Settings zusammenkommen und versorgt werden. Zusätzlich sind Hausärztinnen und Hausärzte (nachfolgend "HÄ") durch ihre betreuende Funktion in Lebenswelten wie Kitas, Schulen, in Unternehmen oder in Pflegeheimen eingebunden.

Zudem spielen in der HA-Praxis auch Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen von Gesunden eine große Rolle. In dem Zusammenhang könnten im Patientengespräch auch Hinweise auf präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen erfolgen - sowohl durch die HÄ als auch durch die Medizinischen Fachangestellten (MFA). Grundlage hierfür sind nicht nur evidenzbasierte Gesundheitsinformationen, Patientinnen und Patienten müssen auch befähigt werden, diese Informationen zu verstehen und umzusetzen.

Die HA-Praxis ist somit ein idealer Ort, an dem Gesundheitsförderung und Prävention greifen können. In dem Projekt "Gesundheitsförderung in der Hausarztpraxis" (GeHa), das das Institut für Allgemeinmedizin gemeinsam mit der gemeinnützigen Stiftung Gesundheitswissen durchführt, sollen vorhandene Strukturen, Ressourcen und Anknüpfungspunkte für verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen in der HA-Praxis identifiziert werden.

Ziele

Die Ziele des Projekts sind:

  • Die Hausarztpraxis im Rahmen des Lebenswelt-Ansatzes theoretisch-konzeptuell als Ort, an dem verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen umgesetzt werden können, zu beschreiben
  • Den Ist-Zustand, die Bedarfe und die Machbarkeit von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen in der Hausarztpraxis zu untersuchen
  • Ansatzpunkte für verhaltens- und verhältnispräventive Maßnahmen in der Hausarztpraxis zu identifizieren
  • Empfehlungen für die Entwicklung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen in der Hausarztpraxis zu formulieren.

Phase II

In den Interviews der ersten Projektphase wurde Bewegung als eines der wichtigsten Themen der hausärztlichen Gesundheitsförderung genannt. Dabei können konkrete, gut visualisierte und alltagstaugliche Informationen eine hilfreiche Unterstützung bei der Beratung von Patient*innen sein und diesen helfen, Lebensstilveränderungen umzusetzen.

In der zweiten Projektphase möchten wir deshalb in Fokusgruppen mit HÄ und MFA ausgewählte Informationsmaterialien in verschiedenen Formaten zum Thema Bewegung für den Einsatz in der Hausarztpraxis prüfen.

Phase I (abgeschlossen)

In der ersten Projektphase untersuchten wir in einem Scoping Review welche Forschungsschwerpunkte bzw. -lücken in der wissenschaftlichen Literatur zu präventiven und gesundheitsfördernden Aktivitäten in deutschen Hausarztpraxen bestehen. Darauf aufbauend führten wir Interviews mit HÄ und MFA, um den Status Quo von Gesundheitsförderung und Prävention sowie mögliche Themen, Formate und Zielgruppen für präventive Maßnahmen in der HA-Praxis zu erheben. Die Ergebnisse aus den Interviews wurden mit dem Patientenbeirat des Forschungspraxennetzes des Instituts für Allgemeinmedizin Frankfurt am Main (ForN) diskutiert und durch die Patientenperspektive ergänzt.

Die Projektergebnisse finden Sie in Kürze an dieser Stelle in unserer Ergebnisbroschüre.

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