DiGAPS
DiGAPS - Digitale Gesundheitsanwendungen für psychische Erkrankungen auf dem Prüfstand
Aktuell sind 24 digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs – „Apps auf Rezept“) zur Verordnung zugelassen, die sich an Menschen mit einer psychischen Erkrankung richten (PsyDiGAs). Bislang existieren kaum unabhängige Untersuchungen, die sich mit der Einstellung zu und Nutzung von PsyDIGAs beschäftigen. In dieser Studie untersuchen wir, wie die Sicht von Hausärzt:innen, von Psychotherapeut:innen, Psychiater:innen und Patient:innen zu PsyDIGAs ist, welche Bedarfe gesehen werden und welche Faktoren die Nutzung beeinflussen.
Welche Ziele hat das Projekt DiGAPS?
In Deutschland sind jährlich ungefähr 30 % der Erwachsenen von einer psychischen Erkrankung betroffen. Während der COVID-19-Pandemie hat sich die psychische Gesundheit in der Bevölkerung zusätzlich verschlechtert. Doch für eine psychotherapeutische Behandlung stehen aktuell nicht genug Kapazitäten zur Verfügung. Dadurch kommt es zu langen Wartezeiten für die Betroffenen.
Seit 2020 können digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs – „Apps auf Rezept“) verschrieben werden. Stand Juni 2023 sind 24 DiGAs zugelassen, die sich an Menschen mit einer psychischen Erkrankung richten (PsyDiGAs) und deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Betroffen können die PsyDIGAs nutzen, um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken oder begleitend zu einer Psychotherapie einsetzen.
Im Projekt DiGAPS wird untersucht, ob und wie PsyDiGAs genutzt werden und welche Einstellungen und Erfahrungen Betroffene haben. Ebenso werden Hausärzt:innen, Psychotherapeut:innen und Psychiater:innen zu ihren Erfahrungen befragt.
Die Ergebnisse der Studie sollen helfen, Kriterien für die Zulassung und Bewertung von PsyDiGAs zu entwickeln, um so zukünftig die Wirtschaftlichkeit, Zweckmäßigkeit, Wirksamkeit und Sicherheit von PsyDiGAs verbessern zu können.
Ergebnise
Eine Zusammenfassung der ersten Ergebnisse finden Sie hier.
Zeitplan
Laufzeit
Mai 2023 bis April 2026 - gefördert vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Förderkennzeichen: 01VSF22022)
Projektpartner
Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt, Teilprojektleitung Dr. Karola Mergenthal
Bereich Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Teilprojektleitung Dr. Karen Voigt
Projektleitung
Abteilung Epidemiologie und Versorgungsforschung des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik der Universitätsmedizin Mainz, Leitung Prof. Dr. Susanne Singer
Kongressbeiträge und Publikationen
Singer, S., Engesser, D., Scheibe, S. et al. Digitale Gesundheitsanwendungen in der Psychoonkologie. Onkologie 30, 710–719 (2024). https://doi.org/10.1007/s00761-024-01556-5
